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Der Name Krumlov leitet sich von dt. „Krumme Aue“ ab und bezieht sich auf den die Stadt umfließenden Fluss Moldau. Gegründet wurde die Stadt an einem alten Handelsweg von den einer berühmten böhmischen Familie entstammenden Brüdern Budivoj. Die erste schriftliche Erwähnung über die Burg und die Stadt stammt aus dem Jahre 1253. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Burg erweitert und veränderte sich zu einem prunkvollen Adelssitz, genauso wie Einfluss und Bedeutung ihrer Eigentümer zunahmen. Nach dem Prager Hradschin war sie die zweitwichtigste Residenz Mitteleuropas. Die Stadt entstand in zwei Etappen. Zuerst wuchs unterhalb der Burg eine Ansiedlung, der Latrán (von lat. „ad latera castelli“: „an der Seite der Burg“). Am gegenüberliegenden Flussufer wurde dann die Altstadt gegründet, die sich über die Jahrhunderte nur wenig verändert hat. Um die Stadt herum baute man eine Stadtmauer. Die Stadtentwicklung war 1347 im Wesentlichen abgeschlossen.

Ab 1302 herrschten ganze 300 Jahre lang die einflussreichen Rosenberger (tsch. Rožmberk). In dieser Zeit erlebte die Stadt ihren größten Aufschwung. Es entstand die herrliche St.-Veits-Kirche, Franziskaner, Jesuiten und Klarissen wurden in die Stadt beordert. Auch die Förderung von Gold- und Silbererzen trug wesentlich zur Blüte der Stadt bei. Während der Reformation und der anschließenden Hussitenkriege war Krumlov Zufluchtsort für Aristokraten und gebildete Prager. Unter der Herrschaft der Rosenberger entwickelte sich Krumlov zur bedeutendsten Stadt Südböhmens und fand ihren Platz im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

Peter I. von Rosenberg war das bedeutendste Mitglied der Familie während der europäischen Renaissance. Gerade er berief die Klarissen, Franziskaner und auch Juden in die Stadt, welche für die Rosenberger Finanzen und Geschäfte verwalten sollten. Im 15. Jahrhundert dominiert die Persönlichkeit von Ulrich II. von Rosenberg. Der geschickte Politiker bewahrte den Einfluss seiner Familie und schützte ihr Vermögen zu den Zeiten der Hussitenkriege. Eine weitere bedeutende Persönlichkeit, die Krumlov im 16. Jahrhundert beherrschte, war Wilhelm von Rosenberg.

1601 verkaufte der Letzte der Rosenberger, der verschuldete Peter Vok, der seine Familie fast in den Bankrott trieb, Krumlov an den Habsburger Kaiser Rudolf II., der es während des Dreißigjährigen Krieges dem Geschlecht der Eggenbergs für ihre treuen Dienste überließ. Unter ihnen blieb die Besitzung über drei Generationen ohne jegliche Entwicklung. Erst der Letzte der Eggenberger, Johann Christian I., griff in das Stadtgeschehen ein. Unter seinem Patronat entstanden der ausgedehnte Schlossgarten sowie das Schlosstheater, welches heute zu den am besten erhaltenen Barocktheatern in Mitteleuropa zählt. Gelegentlich wird es auch jetzt noch genutzt. Ein ausgeklügelter Mechanismus kontrollierte 10 Bühnenbilder, der Fundus umfasste mehr als 500 Theaterkostüme und Requisiten.

1719 wurde Krumlov an das Haus Schwarzenberg vererbt. Unter der Herrschaft von Joseph Adam Fürst von Schwarzenberg war Krumlov erneut Kultur- und Kunstzentrum, inspiriert durch den Stil des Wiener Kaiserhofs. Ab dem 19. Jahrhundert fungierte Krumlov dann nicht mehr als Adelsresidenz. Es folgte eine wirtschaftliche Stagnation, aufgrund derer die Stadt jedoch bis zur Gegenwart ihr mittelalterliches Gesicht bewahren konnte. Auch die Stadtbefestigung wurde zu dieser Zeit entfernt.

Der zu Beginn des 20. Jahrhunderts auflebende tschechische Patriotismus hatte nationale Konflikte zwischen der tschechischen und deutschen Bevölkerung in der Stadt zur Folge. Dem ursprünglichen Namen der Stadt Krumlov wurde Èeský hinzugefügt. Während des 1. Weltkrieges lebten beide Nationalitäten friedlich miteinander, was jedoch nur bis Mitte der 30er Jahre andauerte, als die deutsche Bevölkerung unter dem Einfluss der Ereignisse in Deutschland die Angliederung an Deutschland und Aussiedelung der Tschechen und Juden verlangte. 1945 wurde Krumlov durch die amerikanische Armee besetzt. Nach dem Krieg erfolgte die Aussiedelung der deutschen Bevölkerung, und in Krumlov ließen sich Menschen aus dem ganzen Land nieder.

Während der kommunistischen Ära kam die Entwicklung der Stadt mit ihren historischen Gebäuden zum Stillstand. Die Kommunisten waren nicht an ausländischen Touristen interessiert und befürchteten ihren Einfluss auf die hiesige Bevölkerung. Paradoxerweise half dies Krumlov, seine ursprüngliche Gestalt zu bewahren. Nach 1989 erwachte Krumlov aus seinem langen Schlaf und wurde in die UNESCO-Liste schützenswerter Kultur- und Naturdenkmäler aufgenommen. Krumlov war nun wieder ein beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt.

Die Entwicklung von Krumlov ist eng mit dem Geschlecht der Rosenberger verbunden. Das Stadtwappen leitet sich aus ihrem Wappen ab – einer fünfblättrigen Rose auf silbernem Grund. Dieses Wappen ist in verschiedenen Farben in ganz Südböhmen anzutreffen.

Die Herren von Rosenberg beherrschten die Stadt und ihre Umgebung über 300 Jahre lang, in denen die Stadt aufblühte. Der Letzte der Rosenberger, Peter Vok, musste sie verkaufen. Damit endete die Ära der Rosenberger und festigte sich die absolute Macht der Habsburger, die wiederum bis Anfang des 20. Jahrhunderts bis zum Untergang Österreich-Ungarns andauerte.

Züruck